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Einen Druckknopf auf's Aug' gedrückt bekommen
Der Mensch drückt gerne auf einen Knopf, das verleiht dem Drückenden eine gewisse Wichtigkeit. Überhaupt Kinder streiten sich gerne, wer draufdrücken darf. Doch manchmal wird man durch einen Druckknopf auch ganz schön abgespeist.
organisiert durch KO2100

In gewisser Weise ist es nur eine Kleinigkeit, ein neu­er Druckknopf. Er kostet nicht die Welt, wird für niemanden lebensbe­stim­mend sein und ist eben auch nur recht klein. Aber das in­ter­es­sante daran ist, dass er et­was über diejenigen Leute aussagt, die ihn initiiert haben, wo­bei es durchaus sein könnte, dass sich diese Per­son­en gar nichts da­bei ge­dacht haben, was die Sache aber be­kanntlich nicht besser macht. Je­den­falls wird an dies­er Stelle sichtbar, dass die Anliegen der schwächeren Ver­kehrs­teil­nehm­er­Inn­en, also der FußgängerInnen und RadfahrerInnen, von den Ver­ant­wort­lich­en einmal mehr übergangen wur­den, aber anders wäre es ja fast schon überraschend.

Kreuzung Franz Weymanngasse mit der B3 vom Tuttendörfl kommend
Kreuzung Franz Weymanngasse mit der B3 vom Tuttendörfl kommend

Die Ampelanlagen entlang der B3 wur­den in den ver­gang­en­en Wochen im Raum Kor­neu­burg erneu­ert, so auch jene an der Kreu­zung mit der Franz Weymanngasse, das ist jene Kreu­zung an der Ge­mein­degrenze zwischen Bi­sam­berg und Langenzersdorf, wo man von Kor­neu­burg kommend in Rich­tung Tuttendörfl abbiegen kann. Seit vielen Jahren gibt es dort an allen vier in die Kreu­zung einmündenden Straßen Rad­wege und da­zugehörende Ampeln für FußgängerInnen und RadfahrerInnen.

Die Autos fahren, alle anderen haben Dauerrot

Neu ist nun, dass es für die FußgängerInnen und RadfahrerInnen für das Überqueren der B3 je­weils Druckknöpfe gibt, damit sich diese anmelden können. Und dies macht das Benützen für die schwächeren Ver­kehrs­teil­nehm­er­Inn­en erheblich umständlicher. Denn, erreicht man während ein­er Grünphase die Ampel, leuchtet jene für die FußgängerInnen und RadfahrerInnen trotzdem rot. Man hat sich nämlich per Knopfdruck anzumelden, und wenn die Ampelanlage einen kompletten Phasendurchlauf absolviert hat, erhält man – gna­den­hal­ber – grün!

Für den motorisierten Verkehr wird die Ampel grün, Radelnde und Gehende müssen sich „anmelden“
Für den motorisierten Verkehr wird die Ampel grün, Radelnde und Gehende müssen sich „anmelden“

Eigentlich eine Zumutung, die noch da­zu zeigt, dass die Ver­ant­wort­lich­en die Situation nicht aus Sicht der schwächeren Ver­kehrs­teil­nehm­er­Inn­en durchdacht haben dürften. Niemals würden sich das die Au­to­fahr­er­Inn­en gefallen lassen, dass sie jedes Mal an­hal­ten müssen, einen Druckknopf zu betätigen hätten, und erst danach mit der nächsten Grünphase freie Fahrt erhalten.

Viele queren nun bei Rot

Doch was bewirkt eine solche Einrichtung in der Praxis? Man kann be­ob­acht­en, dass jene RadlerInnen, die häufig diese Kreu­zung pass­ier­en, nicht mehr den Radweg benützen, sondern auf der Haupt­fahr­bahn blei­ben, um eine Grünphase direkt nutzen zu können. Dies ist ge­setz­lich nicht gedeckt, da wir in Österreich die Rad­weg­be­nützungspflicht haben. Manche RadlerInnen fahren auch ein­fach bei Rot über die Kreu­zung, bei­des kann von den Ver­ant­wort­lich­en off­en­sicht­lich nicht so beabsichtigt ge­we­sen sein.

Eine umweltfreundliche Verkehrsplanung setzt voraus, dass jene Per­son­en, die an den Plan­ungsprozessen beteiligt sind, solche Situationen aus der Sicht aller Ver­kehrs­teil­nehm­er­Inn­en beurteilen können. Den Radverkehr attraktiver zu gestalten ist selten mit hohen Kosten ver­bun­den. Vielfach sind es kleine Maßnahmen, die den Rad­eln­den sehr hilfreich sein könnten. In diesem Fall wäre sogar eine billigere Lösung für die schwächeren Ver­kehrs­teil­nehm­er­Inn­en die bessere ge­we­sen, nämlich ganz auf die Druckknopfkasteln zu ver­zicht­en.

Aber wer sich umweltbewusst fortbewegt, keinen Lärm macht, keine Abgase erzeugt und kaum Platz ver­braucht wird scheinbar nur wenig wahrgenommen und darf sich nicht zu viel erhoffen. Und genau da­für sollte es einen Druckknopf geben!

Text und Pho­tos: Richard Stawa.

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  • dauergrün/rot

    Gesendet am 2012-09-10 09:13 von EliK

    ich habe jetzt im Bauausschuss vernommen, dass das eine neue Regelnung des Landes ist, dass auf "Landesstraßen B" nächtens kein gelb-Blinken mehr erlaubt sein soll, sondern eben dieses "dauergrün" für die Hauptstraße und "verkehrsabhängig grün" für die einmündenden Straßen. Dementsprechend müssten da eigentlich alle Ampeln mit "Bewegungsmeldern" und Druckknöpfen ausgerüstet sein.
    Werde jetzt mal bei der BH nachfragen, wie diese Regelung genau ausschaut. Dass dabei wenig bis garnicht an FußgängerInnen und RadfahrerInnen gedacht wurde, ist in Niederösterreich leider eh klar :-(

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